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Nach dem Laborbericht – das ist jetzt zu tun
Sie haben einen Laborbericht mit positivem Legionellenbefund? Ist der technische Maßnahmenwert für Legionella spec. von 100 KBE erreicht, müssen Sie handeln.
Zuerst sollten Verantwortliche und Betreiber die Ursache des Befunds klären lassen. Dazu gehört eine Untersuchung der Trinkwasserinstallation. Außerdem brauchen Sie eine schriftliche Risikoabschätzung nach Trinkwasserverordnung.
Dafür benötigen Sie fachkundige Unterstützung. Umgangssprachlich wird die beauftragte Person oft als Gutachter bezeichnet. Sie besichtigt die Anlage, bewertet die Laborbefunde und grenzt die Ursachen ein. In der Praxis heißen diese Dokumente auch Gefährdungsanalyse oder Legionellen-Gutachten. Die gesetzliche Formulierung lautet fachlich korrekt: Risikoabschätzung.
Experten Tipp
Viele vergleichen zuerst die Preise. Das ist verständlich. Ein besonders günstiges Angebot kann jedoch später teuer werden, wenn der Gutachter die Anlage nur oberflächlich prüft oder wichtige Leistungen separat abrechnet.
Eine gute Risikoabschätzung beantwortet nicht nur die Frage, ob ein Problem besteht. Sie zeigt auch, wo die Ursachen liegen können und welche Maßnahmen sinnvoll sind.
Kostenfalle 1: Der falsche Anbieter
Nach einer Legionellenprüfung mit Befund wenden sich viele Eigentümer an den vertrauten Installationsbetrieb. Der Betrieb kennt das Gebäude und kann technische Arbeiten direkt ausführen. Das macht ihn jedoch nicht zum richtigen Ansprechpartner für die Risikoabschätzung.
Eine Risikoabschätzung geht über eine handwerkliche Mängelliste hinaus. Unsere erfahrenen Gutachter betrachten die gesamte Trinkwasserinstallation. Dazu gehören:
Aufbau und Zustand der Anlage
Betriebsweise
Temperaturverhältnisse
Warmwasserbereitung
Zirkulation
Laborbefunde
mögliche Ursachen für hygienische Probleme
Ein Installationsbetrieb kann für technische Arbeiten der richtige Partner sein. Beauftragen Sie ihn mit der Risikoabschätzung nur, wenn er die nötige Erfahrung nachweisen kann.
Diese Warnzeichen sollten Sie ernst nehmen
Seien Sie vorsichtig, wenn ein Anbieter:
- nur Unterlagen prüfen möchte
- keine Fragen zu den Laborbefunden stellt
- keine Ortsbesichtigung plant
- allgemeine Mängel aufzählt
- sofort eine Sanierung anbietet
- die fachlich verantwortliche Person nicht nennt
Kostenfalle 2: Standardtexte statt Prüfung vor Ort
Eine Risikoabschätzung muss zu Ihrer Trinkwasserinstallation passen. Allgemeine Textbausteine ersetzen keine Prüfung vor Ort. Der Gutachter sollte die Anlage besichtigen, wichtige Unterlagen prüfen und kontrollieren, wie sie betrieben wird. Dazu gehören die Temperaturen in der Warmwasserbereitung, der Zirkulation und an ausgewählten Entnahmestellen.
Zum Beispiel zeigt die Formulierung “Es ist zu überprüfen, ob die Leitungen ordnungsgemäß gedämmt sind“ noch nicht, dass der Gutachter die Leitungen geprüft hat.
Eine schriftliche Risikoabschätzung beantwortet konkrete Fragen:
Wo liegt der festgestellte Mangel?
Warum kann er für die Trinkwasserhygiene relevant sein?
Welche Ursache kommt infrage?
Welche Maßnahme folgt daraus?
Welche Schritte sind zuerst erforderlich?
Ein einzelner Laborwert zeigt nicht automatisch die Ursache des Befunds. Der Gutachter muss die Laborwerte zusammen mit den Anlagenunterlagen, der Betriebsweise und seinen Feststellungen vor Ort bewerten.
Daran erkennen Sie ein oberflächliches Gutachten
Achten Sie auf:
- falsche Adressen oder Objektbezeichnungen
- allgemeine Texte ohne Bezug zum Gebäude
- nicht zuordenbare Fotos
- pauschale Mängellisten
- fehlende Angaben zu geprüften Anlagenteilen
- keine verständliche Bewertung der Laborbefunde
- Empfehlungen ohne klare Reihenfolge
Kostenfalle 3: Unklare Zusatzkosten
Ein niedriger Grundpreis klingt attraktiv. Er hilft Ihnen aber wenig, wenn der Anbieter später wichtige Leistungen zusätzlich berechnet. Als erfahrener Fachbetrieb fallen uns häufig folgende Zusatzkosten auf:
weitere Vor-Ort-Termine
zusätzliche technische Untersuchungen
die Erstellung oder Ergänzung von Anlagenplänen
eine umfangreiche Fotodokumentation
zusätzliche Abstimmungen
Überarbeitungen
die Besprechung der Ergebnisse
Weitere Leistungen können sinnvoll sein. Der Anbieter sollte Ihnen vorher erklären, wann sie erforderlich werden und was sie kosten.
Vergleichen Sie nicht nur den Endpreis. Vergleichen Sie den Leistungsumfang. Ein professionelles Gutachten beschreibt Ihre Anlage, dokumentiert seine Feststellungen und erklärt die Laborbefunde. Außerdem erklärt die beauftragte Fachperson, welche Maßnahmen sich daraus ergeben und welche Schritte zuerst erforderlich sind.
Der Betreiber muss die ergriffenen Maßnahmen anschließend dokumentieren und diese Dokumentation zehn Jahre verfügbar halten.
Folgendes muss das Angebot zur Risikoabschätzung enthalten
- den Anlass der Risikoabschätzung
- den Umfang der Ortsbesichtigung
- die geprüften Anlagenteile
- die Auswertung der Laborberichte
- die Prüfung vorhandener Unterlagen
- die Betrachtung wichtiger Betriebsparameter
- die Form der Dokumentation
- die Besprechung der Ergebnisse
- den Gesamtpreis
- mögliche Zusatzleistungen
Fazit: Seriöse Anbieter erkennen
Der niedrigste Preis ist nicht automatisch die beste Lösung. Achten Sie auf einen Anbieter für Risikoabschätzungen bei Legionellen, der Ihre Anlage vor Ort prüft, die Laborwerte verständlich erklärt und alle Leistungen transparent abrechnet.
So verringern Sie das Risiko, für unnötige Kosten, oberflächliche Prüfungen oder kostspielige Sanierungsarbeiten.
Quellen
Bundesministerium der Justiz und Bundesamt für Justiz — § 51 TrinkwV, Handlungspflichten des Betreibers in Bezug auf Legionella spec.
Umweltbundesamt — Durchführung einer Risikoabschätzung in Bezug auf Legionella spec. gemäß § 51 Trinkwasserverordnung (13.10.2025)
Bundesministerium der Justiz und Bundesamt für Justiz — § 52 TrinkwV, Information der Verbraucher
Bundesministerium der Justiz und Bundesamt für Justiz — Anlage 3 TrinkwV, Teil II, technischer Maßnahmenwert für Legionella spec.
Marco Holz
Marco Holz ist zertifizierter Experte nach VDI 6023 Kategorie A, auf die Risikoabschätzung spezialisiert und Ihr persönlicher Ansprechpartner zum Thema Legionellen.